Das Sterben im Mittelmeer: das Endes des Europas wie ich es kenne

Oder auch nur das Ende einer Illusion.

Das Deutsche Historische Museum (von dem ich ehrlicherweise vorher noch nichts wirklich gehört habe, von dessen Ausstellung über Kolonialismus, die anscheinend durchwachsen ankam aber schon, Freund_innen wollten da unbedingt hin) hat zur Zeit eine Ausstellung „Europa und das Meer“ und macht dazu eine Blogparade, wo alle Blogger_innen etwas dazu schreiben können, was sie mit Europa und dem Meer verbinden. Und da habe ich gedacht, da mache ich doch mal mit. 🙂

Vor allem möchte ich mitmachen, weil ich, als ich die Werbung dazu auf Facebook aus den Augenwinkeln gesehen hatte, davon ausgegangen war, dass es dabei um die Fluchtversuche über das Mittelmeer nach Europa geht. Und dann war ich sehr erstaunt, dass im ganzen Ankündigungstext, und auch in den am Anfang verlinkten Blogbeiträgen (jetzt gibt es einen zum Thema),  das Thema „Sterben im Mittelmeer“ so gut wie nicht erwähnt wurde.

Das will ich hiermit ändern. Und, auch wenn es in dem Museum um Geschichte geht, und es sich hier um eine aktuelle Situation handelt, ist doch abzusehen, dass es bald auch als ein wichtiger Punkt in der europäischen Geschichte gesehen werden wird – ganz abgesehen davon, dass diese aktuelle Situation selbst auch ihre historische Entwicklungsgeschichte hat.

Inhaltswarnung: Gewalt.

Am 4. April 1984. Gestern abend im Kino. Lauter Kriegsfilme. Ein sehr guter, über ein Schiff mit Flüchtlingen, das irgendwo im Mittelmeer bombardiert wird. Zuschauer höchst belustigt durch eine Aufnahme von einem großen dicken Mann, den ein Helikopter verfolgt, zuerst sah man ihn sich durchs Wasser wälzen, wie ein Nilpferd, dann sah man ihn durch das Zielfernrohr des Hubschraubers, dann war er ganz durchlöchert und das Meer rund um ihn färbte sich rosa, uner er versank so plötzlich, als sei das Wasser durch die Löcher eingedrungen. Zuschauer brüllten vor lachen als er unterging. Dann sah man ein Rettungsboot voll kinder mit einem hubschrauber darüber, eine frau mittleren Alters, vielleicht eine jüdin, saß mit einem etwas drei jahre alten knaben im bug. Kleiner Junge brüllte vor angst und verbarg seinen kopf zwischen den brüsten als wollte er ganz in sie hineinkriechen und die frau legte die arme um ihn und tröstete ihn. obwohl sie selbst außer sich vor angst war bedeckte sie ihn so gut wie möglich als glaubte sie ihre arme könnten die kugeln von ihm abhalten. dann warf der hubschrauber eine 20-kilo-bombe zwischen sie schreckliches aufblitzen und das ganze schiff zersplitterte wie streichhölzer.

George Orwell, 1984. Wer denkt, dass der Unterschied zu jetzt ist, dass jetzt nicht gelacht wird, kann diesen Facebook Post lesen. Der Unterschied ist, dass es sich in 1984 um die Beschreibung eines Spielfilms und nicht eines Dokumentarfilms handelt.

Aber der Reihe nach:

In den späten 80ern/frühen 90ern war ich ein großer Europa-Fan. Ich war auf europäischen Studierendenkongressen, organisierte internationale Freiwilligencamps mit, hatte Freund_innen in ganz Europa und fuhr sie mit Euro-Domino besuchen. Europa bedeutete für mich Weite, Freiheit, das Kennenlernen interessanter Menschen und Länder und internationale Verständigung. Einen wirklichen Unterschied zwischen „international“ und „europäisch“ gab es für mich nicht, ich las gerne „The European“ (die alte Zeitung, Werbespruch „you can’t be one without“, nicht zu verwechseln mit dem heutigen Online-Magazin), aber auch „The International Herald Tribune“ (gibt es auch so nicht mehr). Es war schön, die Hoffnung auf eine gemeinsame, vielfältige Welt, die Abkehr von Nationalstaaten und wir vs. ihr – auch wenn ich noch ein spezielles Mäppchen brauchte, um die ganzen Währungen und Telefonkarten (gibt’s auch nicht mehr) sortiert zu halten. Aber eben, schön war’s, so ungefähr.

Aber auch damals hatte dieser Gedanke schon Risse. So konnten wir mit unseren internationalen Freiwilligen Ausflüge ins benachbarten Ausland meistens vergessen, weil es oft jemanden in der Gruppe gab, die_der dort nicht über die Grenze gelassen worden wäre. Und bei Anmeldungen aus Afrika wurde ich von der Organisation schon vorher darüber informiert, dass die Teilnehmenden wahrscheinlich sowieso nicht kommen würden, weil sie üblicherweise kein Visum bekämen – entsprechend wurden die Camps auch oft überbucht.

Und einmal hat uns unsere Ansprechperson in dem Ort, in dem wir untergebracht waren mit den anderen internationalen Menschen im Ort bekannt gemacht, und wir wurden von ihnen eingeladen. Das waren dann Asylbewerber aus Angola, die schon sechs Jahre auf dem Dorf ausharren mussten, ohne arbeiten zu dürfen oder sonst viel machen zu können, und immer noch auf die Entscheidung über ihre Asylanträge warteten.

Auch der Ankündigungstext der Blogparade mit seinen Themenbeispielen und den bisherigen Blogbeiträgen zeigt, bis auf vielleicht zwei Sätze, diesen freundlichen, versöhnlichen Blick auf Europa und eine mögliche Identität als Europäer_in, wie ich ihn Anfang der 90er hatte. Es geht um Urlaub, um „Food“, Kunst und Literaturgeschichte und Forschung.

Aber auch hier kommen die Risse zum Vorschein: „die Rolle des Meeres als Brücke und Grenze des Kontinents: Millionen von Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Armut machen sich auf den Weg nach Europa.“ Allerdings: welche Brücke, die hier vielleicht? Und es geht um Handel und um Machtpolitik, auch wenn die dunkle Seite der Macht hier nicht angesprochen wird.

Aber zurück zu meinen Rissen.

Eine Weile habe ich mich also für „Internationalität“ (oder so) eingesetzt, sowohl für innereuropäische Verständigung, als auch für ein menschenwürdiges Asylrecht oder andere Themen. Mit der Zeit ist das dann aber eingeschlafen, andere Themen wurden wichtiger, und, insbesondere beim Asylrecht, hatte ich einfach aufgegeben, weil es in den 90ern einfach praktisch niemand (jedenfalls in meinem Umkreis) interessiert hat.

Und dann kam die „Flüchtlingskrise„. Natürlich kam sie nicht plötzlich, von dem Grenzregime durch Frontex wusste ich auch schon vorher, auch die Mauerfall-Aktion war ja schon gelaufen. Trotzdem lösten die Bilder von Menschen, die zu Fuß über die Autobahn und die Grenzen praktisch um ihr Überleben laufen, sowie die Maßnahmen, die die europäischen Staaten daraufhin ergriffen, mit dem Einführen von Grenzkontrollen, und dem Einstellen von grenzüberschreitenden Zugverbindungen (der Zug zwischen Kopenhagen und Malmö ist praktisch eine S-Bahn, ich war zwei Jahre zuvor damit gefahren, und auf einmal wurde er so „staatsgefährdend“, dass er eingestellt wurde) ein Gefühl von Notstand und Destabilisierung aus. In die „heile Welt Europa“ (die natürlich nie so heil war) war die Härte des Lebens außerhalb eingebrochen.

Mit der Zeit stabilisierte sich das Ganze wieder. Die Balkanroute lief, Viele Menschen waren hilfsbereit, Are you Syrious gab tägliche Bulletins heraus, wo es gerade welche Probleme auf der Route gab. Traglufthallen und Zelte wurden aufgestellt. Die Behörden waren teilweise maßlos überfordert (das ließe sich mal wirklich als Staatsversagen bezeichnen), aber Ehrenamtliche versuchten das, so gut es geht, auszugleichen. Das Leben war nicht wie vorher der Riss in der heilen Welt war da, aber ich hatte den Eindruck, dass es viele Menschen gibt, die in dieser Situation das Richtige tun. Meine persönlichen Favoritinnen waren die Dirty Girls of Lesvos, die die dreckige und nasse Kleidung der auf Lesbos ankommenden Geflüchteten wuschen und trockneten und sie den nächsten Ankommenden wieder zur Verfügung stellten.

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Quelle: von der Website der Dirty Girls of Lesvos, hoffe, das ist ok.

Also irgendwie ein Gefühl von „trotz allem, läuft.“. Die existentielle Verunsicherung, die die (direktere) Konfrontation mit der existentiellen Verunsicherung anderer (mit) ausgelöst hat, ging bei mir nicht komplett weg, auch weil mir klar ist, dass mich nur ein Zufall der Geburt davon trennt, selbst betroffen zu sein. Ich konnte mich aber damit abfinden, dass dies sowieso eine realistischere Perspektive auf die Welt und das Leben ist, auch wenn es natürlich weh tut, sich das einzugestehen. Ich habe den Eindruck, dass hier viele Menschen zu kämpfen haben, und zu ganz unterschiedlichen Strategien gekommen sind. Die Mithilfe bei der Flüchtlingshilfe, die ja oft bis zur kompletten eigenen Erschöpfung gegangen ist, könnte auch unter dem Aspekt gesehen werden, dass ein starkes Bedürfnis da ist, dass wieder „Normalität“ einzieht. Und die starken und brutalen Abschottungs- und Abgrenzungstendenzen (wie z.B. hier oder hier) sind, denke ich, auch durch den Wunsch motiviert, dass diese Verunsicherung weit weg bleibt und „hier“ wieder alles „harmlos“ wird.

Aber das soll ein andermal Thema sein, denn schließlich geht es um das Meer.

Genauer, um „unser Meer„, aber das war ja nicht recht, und danach ging es nur noch bergab. Flüchtlingshelfer wurden verklagt, Schiffe beschlagnahmt und das immer wieder. Die EU vertreibt die private Seenotrettung und überlässt das Feld der „libyschen Küstenwache„, die mit brutalen Methoden die Geflüchteten einsammelt und zurück in menschenunwürdige Internierungslager bringt. Und auf dem Land steht mit einem Bein im Gefängnis, wer Geflüchteten Obdach gibt und nimmt die Polizei obdachlosen Geflüchteten die Zudecken weg. Diktatoren werden dafür bezahlt, dass sie Menschen vom Flüchten abhalten. Und die, die es irgendwie nach Europa geschafft haben, sollen in geschlossenen Lagern interniert werden, um möglichst schnell wieder abgeschoben zu werden. Der mausgerutschte Spruch war nur zu früh, jetzt wird wirklich auf geflüchtete Kinder geschossen.

Und das Ganze wird unter einem Sprachverhau versteckt. Da wird von „Ausschiffungsplattformen“, „kontrollierten Aufnahmezentren“ und „Transitzentren“ geredet, wenn es um Internierungslager geht und das Outsourcen der Abschottung heißt „Migrationspartnerschaft“ (mit den praktischen Nebeneffekt, das dann europäisches Recht nicht mehr gilt). Aber auch praktisch wird an der Unsichtbarmachung gearbeitet: Moonbird darf nicht mehr zuschauen, und die Abschottung soll spätestens in der Sahara passieren.

Soweit so schlecht. Ich frage mich, was hier los ist. Das Europa, was ich in den Neunzigern kannte, gibt es nicht mehr, ganz unabhängig ob mein Eindruck damals überhaupt richtig war. Aber das Irritierende ist: mein Alltag läuft weiter wie bisher, die ganze Brutalität ist unsichtbar, es wird weitergemacht, als wäre nichts gewesen. Das erinnert mich an das Land Orgoreyn im Buch „Die linke Hand der Dunkelheit„, wo alles auf den ersten Blick netter und freundlicher läuft, die Gesellschaft auch wesentlich egalitärer ist, als in Karhide, stellt sich heraus, dass das nur eine Oberfläche ist, und es darunter Arbeitslager für die Unerwünschten am Rand des Landes gibt, die nur mit dem Tod wieder verlassen werden. So eine Trennung zwischen der inneren Harmlosigkeit, wo alles irgendwie läuft, und die meisten irgendwie versorgt sind und viele sich mit harmlosen Themen befassen können, und den unmenschlichen Zuständen, auf denen das Ganze beruht, erlebe ich gerade auch, und sie macht mir mein Leben unwirklich.

Ja, was passiert hier? Jemand hat es mir mal so erklärt: Imperien funktionieren grundsätzlich so, dass sie dass sie die Interaktion nach außen brutalisieren und nach im Innen debrutalisieren. Ich verstehe das so, dass sie nach außen möglichst brutal sind, um sich möglichst guten Zugriff auf Ressourcen und Arbeit zu sichern, um ihren eigenen Wohlstand und ihre eigenen Profite zu sichern. Nach innen wollen sie ein möglichst nettes Miteinander, damit die Produktivität hoch und das Leben angenehm ist. Damit das funktioniert, braucht es eine starke Trennung zwischen innen und außen, also in diesem Fall die Festung Europa. Und, das Verhalten nach außen darf möglichst wenig nach innen durchschlagen. Das kann zum Einen durch eine Ent-Humanisierung der Menschen, die als „außen“ klassifiziert werden, erreicht werden, also durch Rassismus (in allen seinen Erscheinungsformen, also auch Exotisierung oder das Entwicklungsparadigmen), erreicht werden. Eine andere Methode ist die Unsichtbarmachung der Brutalität. In Orgoreyn wurde es dadurch erreicht, dass die Arbeitslager am Rand des Staatsgebiets waren, Europa macht das zum Beispiel dadurch, dass Flüchtlinge in abseits gelegenen Lagern untergebracht werden oder eben dadurch, dass die libysche Küstenwache unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Aktionen durchführen kann.

Wenn Imperien eigentlich grundsätzlich so funktionieren, dann ist die Frage, ob es mein nettes Interrail-Europa, dass ich eingangs beschrieben habe, vielleicht so nie gegeben hat?

Vielleicht ist es eher so, dass es die Abschottung und Ausbeutung schon immer gegeben hat, und es jetzt nur mit der Unsichtbarmachung nicht mehr so gut klappt. Jedenfalls kann ich mich noch an ein Schaubild aus einem Schulbuch zu meinen Schulzeiten erinnern, in dem schon gezeigt wurde, dass Länder aus dem globalen Süden immer mehr Kaffeesäcke für die gleiche Anzahl Traktoren liefern müssen (genauso übrigens wie ich damals schon in einem Kinderbuch über das Problem des CO2-Ausstoß gelesen habe, aber auch das ist eine andere Geschichte für eine anderes Mal).

Bernd Ulrich hat in der Zeit diese Situation, denke ich, ganz gut zusammengefasst (ja die Zeit kann auch noch anders als so). Da werden diese Fragen dann formuliert:

  • Können die westlichen Demokratien auch dann noch demokratisch bleiben, wenn sie ihre bevormundende, teils autokratische Stellung gegenüber dem Rest der Welt verlieren?
  • Kann die demokratische Fasson gewahrt werden, wenn die sinkenden Surplus-Gewinne aus der Globalisierung nicht mehr ausreichen, um die innergesellschaftlichen Ungleichheiten auszupolstern?
  • Ist der Liberalismus wirklich eine Lebensweise für alle oder doch bloß die Herrschaftsideologie einer globalisierten Klasse?

Ich traue mir jetzt keine wirkliche Antwort auf die Fragen zu, finde es aber sehr wichtig, dass sie gestellt werden. Und ich finde es sehr befreiend, in einer wichtigen Zeitung den Begriff „Hegemonialkosten“ zu lesen. Aber dieser moralische Bankrott (oder so) deutet für mich schon stark darauf hin, dass die „europäischen Werte“ doch eher eine Schönwetterangelegenheit sind, oder eben etwas für die Menschen, die als „dazugehörig“ angesehen werden.

Ok, und wie jetzt weiter? Auch wenn Bernd Ulrich in dem oben verlinkten Artikel ziemlich umfassend beschreibt, wo das Problem liegt (500 Jahre Kolonialismus, 100 Jahre transatlantische Hegemonie und „Flaschenhalseffekt“ (Klimawandel/Ausbeutung des Planeten)), bleiben die Lösungsvorschläge doch recht kleinteilig. Eine Erhöhung der Löhne für Pflegekräfte auf das Niveau von Mechaniker_innen oder „fahrrad- und fußgängergerechte“ Städte sind eine schöne Sache, ändern aber kaum etwas an, der grundsätzliche Ausbeutung des Rests der Welt und der Natur durch den Westen.

Also braucht es radikalere Ideen (der Artikel bezeichnet ja seine Vorschläge schon als radikal, und relativ zur aktuellen Politik sind sie das vielleicht ja auch). Da stellt sich zuerst die Frage, wer kann hier etwas tun, und wer darf bei welchen Entscheidungen überhaupt mitreden? Bei der Blogparade geht es ja um Europa, und da entscheidet das Meiste die EU. Wer bei ihren Entscheidungen mitreden kann, ist sehr ungleich verteilt, die Hauptbetroffenen, also die Geflüchteten, wohl leider mit am Wenigsten, selbst große Aktionen finden leider wenig Gehör, von direktem politischen Einfluss ganz zu schweigen.

Die politische Diskussion geht meistens um die Frage Abschottung vs. offene Grenzen. Es gab noch einen anderen Vorschlag, sozusagen offene Grenzen mit Segregation, aber so ganz durchdacht wirkt das auch nicht. Ich gehe davon aus, dass die EU den Weg der Abschottung weiter fortführen wird, um das Imperium am Laufen zu halten, und dabei immer brutaler werden wird. Je nachdem, wie gut sie diese Brutalität unsichtbar machen kann (faktisch und sprachlich), wird sie sich stärker auch im Umgang innerhalb von Europa zeigen. Ich sehe den aktuellen Rechtsruck unter anderem auch als ein Ergebnis dieser Dynamik an, aber das soll ein andermal erzählt werden. Aber dieser Weg führt letzten Endes ins Verderben. Zuerst für die Menschen, vor denen sich die EU abschottet, dann moralisch und letztlich auch innerhalb Europas ganz praktisch, die „Hegemonialkosten“ werden eben irgendwann einfach zu hoch.

Also offene Grenzen. Leute haben das durchgespielt (zum Beispiel hier und hier), und es scheint sogar auf den Ebenen, für die sich Staaten üblicherweise interessieren (Wirtschaft, Sicherheit usw.) eine gute Idee zu sein. Soweit ich es gesehen habe, haben diese Untersuchungen die globalen Veränderungen, die auf die Erde in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen werden, nicht weiter berücksichtigt. Und da sieht das Ganze dann schon wieder anders aus. Aber auch da ist es dann nur fair, wenn die Lasten dieser Veränderungen (die ja hauptsächlich der Westen verursacht hat), wenigstens etwas gleichmäßiger verteilt werden. Genauso ist es nur fair, wenn der Westen über den Umweg der Migration einen Teil dessen, was er dem globalen Süden geraubt hat und weiterhin raubt, wieder zurück gibt – sozusagen ein Anfang für Reparationen für den Kolonialismus. Und Rücküberweisungen sind sowieso die bessere Entwicklungshilfe.

Also, zurück zum Meer: Fähren statt Frontex!

Zum Schluss noch ein paar Links zum Weiterlesen, die es nicht in den Text geschafft haben:

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3 Antworten zu Das Sterben im Mittelmeer: das Endes des Europas wie ich es kenne

  1. Pingback: Verfahren – wie sie mit dem Meer leben ~ Cabinetto

  2. Pingback: Märchenhaftes! Wie das Salz ins Meer kam - #dhmmeer

  3. Tanja Praske schreibt:

    Hi,
    vielen herzlichen Dank für deinen Beitrag zu #DHMMeer – gelesen hatte ich ihn, aber scheinbar nicht kommentiert, pardon dafür!

    Es gibt mehrere Beiträge zur Blogparade, die das Thema Flüchlinge und Tod auf dem Meer ansprechen und jeder Artikel ist anders dazu. Den Wandel, den du beschreibst in Verbindung mit Literatur und Fakten, berühren. Ich hoffe in der Tat, wir können da eine Änderung bewirken. Die #Seebrücke und andere Stimmen tun dafür einiges. Politisch geht die Abschottung auch nicht überall auf, wie wir es hier in Bayern sehen.

    Dir nochmals ein dickes Dankeschön für deine Gedanken zu #DHMMeer!

    Sonnige Grüße
    Tanja Praske von KULTUR – MUSEUM – TALK

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